Honorar (Seite 2)

In der HOAI sind folgende Honorarzonen festgelegt:
Honorarzone I : Tragwerke mit sehr geringem Schwierigkeitsgrad
Honorarzone II : Tragwerke mit geringem Schwierigkeitsgrad
Honorarzone III : Tragwerke mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad
Honorarzone IV : Tragwerke mit überdurchschnittlichem Schwierigkeitsgrad
Honorarzone V : Tragwerke mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad
Einfamilienhäuser liegen in der Regel in Honorarzone II oder III. Im Beispiel ergibt sich in Zone II Mindestsatz ein Grundhonorar nach § 65 HOAI von € 5.961.
Das Grundhonorar beinhaltet alle üblicherweise im Rahmen einer Baumaßnahme möglichen Leistungen. Es beträgt hier 7,95 % der anrechenbaren Kosten (ca. 4% der tatsächlichen Baukosten). Der Prozentsatz wird bei höheren anrechenbaren Kosten geringer. Das Grundhonorar kann bei anrechenbaren Kosten unter € 10.226 (entspricht z.B. einem Anbau von ca. 20 m2 Wohnfläche) frei vereinbart werden. Da aber der Aufwand bei noch kleineren Bauvorhaben nur geringfügig sinkt, ist hier wenig Spielraum für Honorarreduzierungen.Das endgültige Honorar ergibt sich nach dem beauftragten Leistungsumfang. In der HOAI sind folgende Leistungsphasen mit den zugehörigen Prozentsätzen vom Grundhonorar festgelegt.

1. Grundlagenermittlung Klärung der Aufgabenstellung ( 3 %)
2. Vorplanung Erarbeiten des statischen Konzepts (10 %)
3. Entwurfsplanung Erarbeiten der Tragwerkslösung mit überschlägiger Berechnung (12 %)
4. Genehmigungsplanung Anfertigen der statischen Berechnung mit Positionsplänen für die Prüfung (Bauantrag) (30 %)
5. Ausführungsplanung Anfertigen von Tragwerkausführungszeichnungen (42 %)
6. Vorbereitung der Vergabe Beitrag zur Mengenermittlung und zum Leistungsverzeichnis ( 3 %)
7. Mitwirkung bei der Vergabe (besondere Leistung, das Honorar ist gesondert zu vereinbaren)
8. Objektüberwachung (besondere Leistung, das Honorar ist gesondert zu vereinbaren)
9. Objektbetreuung (besondere Leistung, das Honorar ist gesondert zu vereinbaren)

Ist die Bauantragsstatik erstellt, gelten die Leistungsphasen 1 bis 4 als erbracht. Das Nettohonorar für die Statik, der Wärmeschutznachweis wird gesondert abgerechnet, ergibt sich somit in diesem Beispiel zu (3 + 10 + 12 + 30) / 100 * € 5.961 = € 3.278,55
Hinzu kommen noch etwa 2 % Nebenkosten für Telefon, Porto, Kopien etc. sowie die gesetzliche Mehrwertsteuer (z. Zt. 16%, werden direkt an das Finanzamt weitergeleitet), so dass in diesem Beispiel das Bruttohonorar € 3.879,18 beträgt. Diese Summe entspricht etwa 2 % der gesamten Baukosten. Das Einsparungspotential in der Ausführung ist erheblich größer.


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